Ost-West-Achse muss zukunftsfähig werden

Lutz Tempel
Lutz Tempel

Die Ost-West-Achse ist das für Köln wichtigste Verkehrsinfrastrukturprojekt der nächsten Jahrzehnte. Darum bringt die SPD einen Vorschlag in die Debatte ein, der den Herausforderungen der Zukunft besser gerecht wird. Den Anstoß dazu gab die Porzer SPD bereits im letzten Jahr, da alle bisher diskutierten Varianten Fortschritte für die Linien 1 und 9, aber nicht für die Linie 7 bringen.

Lutz Tempel, stellv. Fraktionsvorsitzender, erklärt: "Die beste Variante ist eine Lösung auf zwei Ebenen: der schnellstmögliche oberirdische Ausbau auf die Dreifach-Traktion und später ein Tunnel von Deutz bis zum Aachener Weiher. Das ermöglicht relativ schnell längere Züge und nicht erst ab 2027, wie die Stadtspitze plant. Gleichzeitig muss geprüft werden, ob ein Tunnel unter dem Rhein ab Deutz möglich ist." In diesem könnten in einem zweiten Schritt die Linien 1 und 9 verkehren, die 7 bliebe oberirdisch. Dadurch würde eine erhebliche Taktverdichtung für alle Linien ermöglicht."

In der wachsenden Stadt muss die Kapazität am Bedarf für die Zukunft ausgerichtet sein. Andreas Pöttgen, verkehrspolitischer Sprecher der KölnSPD, ergänzt: "Eine reine Tunnellösung, die erst in 20 Jahren fertig ist, wird den Anforderungen der Zukunft nicht gerecht. Wir wollen, dass mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen. Dafür müssen aber Angebote geschaffen werden, mit denen der öffentliche Nahverkehr attraktiv wird. Bahnen nur unter die Erde zu bringen schafft zwar mehr Betriebssicherheit, aber nicht mehr Kapazität. Das gelingt nur auf zwei Ebenen: oben und unten."

Die SPD erwartet, dass für die Zukunftsentscheidung auch die Möglichkeit eines Rheintunnels geprüft wird. Denn die Zeiten waren nie besser, den öffentlichen Nahverkehr nach vorne zu bringen. Angesichts der Debatte um die Luftreinhaltung bekennt sich die Bundesregierung wie noch nie zum Ausbau von Bus und Bahn. Diese Unterstützung muss Köln nutzen und die Ost-West-Achse wirklich zukunftsfähig machen.