Diskussion um die Porzer Moschee

Islamisches Zentrum in der Bahnhofstraße

Der Stadtentwicklungsausschuss (Stea) hat sich gegen eine Änderung des Bebauungsplanes im Bereich der Germaniasiedlung in Porz ausgesprochen. Der Bebauungsplan sollte nach Willen der FDP geändert werden, um den Bau eines mehr als 15 Meter hohen Minaretts an der geplanten Porzer Moschee an der Bahnhofstraße zu ermöglichen. Der FDP-Antrag wurde, so berichtet der KÖLNER STADTANZEIGER im Lokalteil Porz vom 01.03.2007, in der vergangenen Sitzung lediglich von den Grünen unterstützt und somit abgelehnt.

Mit seinem Votum spricht sich der Ausschuss allerdings nicht grundsätzlich gegen den Moscheebau aus, heißt es in dem Bericht des KÖLNER STADTANZEIGER. Wörtlich schreibt das Blatt:

"Er (der Ausschuss) beharrt lediglich auf der Einhaltung des existierenden Bebauungsplanes, so wie die Bezirksvertretung dies bereits getan hat. Auch ihrer Meinung nach darf ein Minarett ausdrücklich gebaut werden, es darf nur nicht höher sein, als die anderen Gebäude in der Umgebung.

Das kann Dominik Schmidt, Bezirksvertreter der FDP in Porz, nicht nachvollziehen. Er findet, eine Moschee sollte auch aussehen wie eine Moschee – und deshalb auch ein Minarett haben. "Ich sehe in einem repräsentativen Gebäude vielmehr die Möglichkeit der Integration, als es die bisherige Hinterhof-Moschee mit ihrem Stahltor tun kann", sagt Schmidt."

Doch trotz der erneuten negativen Nachricht aus dem Rat haben die Moschee-Bauer vom Mevlana-Verein laut KÖLNER STADTANZEIGER die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Sie wollen weiter über die zulässige Höhe des Minaretts verhandeln, weil sie den Turm als Gebäudebestandteil betrachten, der nicht von der Höhen-Limitierung betroffen sei. Porzer Politiker haben den Türken deswegen schon Basar-Mentalität vorgeworfen – für sie ist die Angelegenheit im Bebauungsplan klar geregelt. Der KÖLNER STADTANZEIGER fährt fort:

"Doch unabhängig vom Ausgang des Minarett-Streits plant Mevlana noch in diesem Sommer den ersten Spatenstich – der Baubeginn ist für Juni angesetzt. Wie lange die Arbeiten dauern werden, kann der neue Vorsitzende Hasbi Atalay noch nicht sagen. Auf jeden Fall werde es wohl was länger dauern, denn man könne immer nur dann bauen, wenn auch Geld zur Verfügung stehe. ‚Der Bau kostet zwei bis 2,5 Millionen Euro‘, erklärt Atalay – eine stattliche Summe, die der Verein komplett alleine leisten muss. Finanziert werden soll das Gebäude dabei vor allem durch Spenden der zurzeit 370 Gemeindemitglieder. ‚Wenn das nicht reicht, müssen wir wohl einen Kredit aufnehmen‘, meint Atalay.

Die Option für das Minarett will sich Mevlana offen halten. "Das können wir dann später dranbauen", meint Atalay optimistisch. Fest steht für ihn jedoch: ‚Entweder wir kriegen ein richtiges Minarett, dass das Gebäude deutlich überragt, oder wir bauen gar keins.’"

Anwohner aus der Germaniasiedlung, die der Moschee-Erweiterung kritisch gegenüber stehen, haben laut KÖLNER STADTANZEIGER derweil den Wunsch nach einem Dialog geäußert. Zusammen mit der Politik wolle man sich in naher Zukunft mit dem neuen Vorstand von Mevlana zusammensetzen, um über die Baupläne und dadurch entstehende Probleme wie wildes Parken und Lärmbelästigung zu sprechen.